

Reinhard Tristan Heydrich wurde 1904 in Halle als Sohn eines Musikers geboren. Heydrich verkehrte früh in rechtsradikalen Kreisen und war bald Parteigänger ihrer Rassenideologie. 1922 trat er in Kiel in die Reichsmarine ein, aus der er aber 1931 wegen "ehrenwidrigen Verhaltens", er hatte ein Verhältnis mit der Tochter eines Marine-Oberrats, entlassen wurde. Im selben Jahr trat er der NSDAP und der SS bei und wurde ein Günstling Heinrich Himmlers. Schon im Juli 1932 war er SS-Standartenführer und seit 1933 als SS-Oberführer Leiter der Politischen Abteilung der Polizeidirektion München.
Zwischen 1933 und 1934 betrieb Heydrich als Himmlers Gefolgsmann die Gleichschaltung der Politischen Polizei, 1936 wurde er Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes für das gesamte Deutsche Reich. 1939 übernahm Heydrich die Leitung des Reichssicherheitshauptamts, das aus dem Zusammenschluß des staatlichen Hauptamtes Sicherheitspolizei (Gestapo und Kripo) und dem parteieigenen Sicherheitsamt auf Befehl Himmlers gebildet worden war und von dem aus alle offiziellen und geheimen Polizei- und Sicherheitsorgane des Deutschen Reichs geleitet wurden. Maßgeblich an der Planung und Durchführung der "Endlösung" beteiligt, befahl Heydrich die "Konzentration" polnischer Juden in Ghettos und die Organisierung von Massendeportationen aus den dem Reich angegliederten Teilen Polens, aus Deutschland und Österreich in das sogenannte Generalgouvernement. Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion beauftragte ihn Göring am 31. Juli 1941, alle erforderlichen Vorbereitungen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa zu treffen. In diesem Zusammenhang kam es unter der Leitung von Heydrich am 20. Januar 1942 zur Wannseekonferenz, auf der die Maßnahmen für eine Endlösung im Kreis hoher NS-Funktionäre erörtert wurden.
Im Mai 1942 wurde Heydrich, der seit September 1941 stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren war, von exiltschechischen Widerstandskämpfern während eines Attentats schwer verletzt. Wenige Tage später erlag er seinen Verletzungen. Daraufhin besetzte die SS das tschechische Dorf Lidice und ermordete alle männlichen Bewohner, die älter als sechzehn Jahre waren, während in Prag selbst 1.331 Tschechen, darunter mehr als 200 Frauen hingerichtet wurden.
