OSWALD POHL
 
Oswald Pohl (SS-Obergruppenführer) wurde am 30.6.1892 in Duisburg geboren. 1912 maturierte er erfolgreich am Realgymnasium in Hamborn. Im April 1918 schloß er die mehrjährige Fachausbildung mit der Beförderung zum Marine-Zahlmeister ab. 1926 trat er mit der Nummer 30 842 der NSDAP bei. Heinrich Himmler förderte seine Karriere im Verwaltungsapparat der SA und SS. 1934 wurde er zum SS- Standartenführer und Chef der Verwaltung im SS-Hauptamt ernannt. Ab 1942 übernahm er als SS-Obergruppenführer die Leitung des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes. Zu den von Pohl vertretenen ökonomischen Verwertungsinteressen im Zusammenhang mit der "Endlösung der Judenfrage" gehörten auch die Wertsachen, die den Häftlingen in den Konzentrationslagern abgenommen wurden. Dazu zählten ihre Haare und Kleider, ihre Uhren, Brillen, Schmuckstücke und Devisen sowie das Zahngold, das zusammen mit anderen Edelmetallen eingeschmolzen wurde. Diese Beutestücke schrieb die Deutsche Bank dem Sonderkonto "Max Heiliger" gut.

Im Mai 1945 wurde Pohl verhaftet und in Nürnberg angeklagt. Während des Prozesses sagte er aus, daß die "Endlösung der Judenfrage" der deutschen Bevölkerung bekannt und keineswegs ein Geheimnis gewesen sei. Als einer der hauptverantwortlichen Massenmörder wurde er im November 1947 zum Tode verurteilt, aber erst im Juni 1951 hingerichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt saß er im Gefängnis in Landsberg am Lech und war die Person, der die meisten Gnadengesuche galten, bis hin zu Interventionen von Vertretern des Deutschen Bundestages.