RICHARD BAER
 
Richard Baer (SS-Sturmbannführer), geboren 1911 in Bayern, lernte Konditor und war ab 1930 arbeitslos, bevor er 1933 zur Wachabteilung des Konzentrationslagers Dachau kam. Später sagte er vor dem Staatsanwalt in Frankfurt im Jahr 1960 aus, daß ihn nicht die Politik, sondern "die Freude am Soldatenspielen" zur SS gebracht habe. 1939 trat er der SS-Totenkopfdivision bei und wurde von dort aus 1942 zum Adjutanten des KL Neuengamme ernannt.

Ab 1943 war er Adjutant von SS-Gruppenführer Oswald Pohl, dem Chef des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes. Im November 1943 übernahm er das Amt D I, das Zentralamt im Inspektorat der Konzentrationslager. Vom 11. Mai 1944 bis zur Auflösung des Lagers war Baer nach Liebehenschel der dritte Kommandant in Auschwitz. Bei Kriegsende gelang es ihm, unterzutauchen und bis 1960 unter dem Namen Karl Neumann in der Nähe von Hamburg zu leben. Im Dezember desselben Jahres wurde er verhaftet. Er starb 1963 in Untersuchungshaft.