PERRY BROAD
 
Perry Broad (SS-Rottenführer), geboren 1921 in Rio de Janeiro, kam im Alter von fünf Jahren mit seiner Mutter nach Berlin. Er studierte an der Technischen Hochschule in Berlin und trat 1941 als Ausländer der Waffen-SS bei. Zum Wachdienst nach Auschwitz abkommandiert, ließ er sich im Juni 1942 als SS-Rottenführer in die Politische Abteilung versetzen, wo er Verhöre durchführte. Bis zur Auflösung des Lagers Anfang 1945 blieb er in Auschwitz und geriet erst im Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft, wo er freiwillig einen Bericht über seine Erfahrungen in Auschwitz schrieb.

1947 entlassen, wurde er im April 1959 verhaftet, im Dezember 1960 gegen eine Kaution von 50 000 DM auf freien Fuß gesetzt und später als Angeklagter im Frankfurter Auschwitz-Prozeß im November 1964 erneut verhaftet. Dort wurde ihm eine Überwachungsfunktion während der Selektion auf der Rampe, Folterungen während der Verhöre und die Beteiligung an Exekutionen nachgewiesen. 1965 wurde er zu einer vierjährigen Zuchthausstrafe verurteilt.