HERBERT SCHERPE
 
Herbert Scherpe (SS-Oberscharführer) wurde als Sohn eines Elektroinstallateurs am 20. Mai 1907 in Gleiwitz geboren. Er besuchte die Volksschule und erlernte anschließend das Fleischerhandwerk. Bis 1930 arbeitete er jedoch im Betrieb seines Vaters. Es folgten drei Jahre Arbeitslosigkeit. 1931 trat er der NSDAP und der allgemeinen SS bei. Von Mai 1933 bis Dezember 1935 arbeitete er als Hilfspolizist, Marktkontrolleur für die Kreisbauernschaft und Hilfsgrenzangestellter beim Zoll. 1936 wurde er als SS-Unterscharführer einer SS-Wachkompanie zugeteilt, die Flugplätze und Benzinlager zu bewachen hatte. Mit Beginn des Krieges kam er zur SS- Totenkopfstandarte nach Dachau. Seine Einheit machte den Frankreichfeldzug mit. Er wurde jedoch wegen seiner Kurzsichtigkeit nach Oranienburg zur Dienststelle des Inspekteurs der Konzentrationslager abgestellt.

Nach zehnwöchiger Ausbildung zum Sanitäter versetzte man ihn im Sommer 1940 in das Konzentrationslager Auschwitz. Zuerst im SS-Revier tätig, arbeitete er von 1941 bis 1943 im Häftlingskrankenbau des Stammlagers. Nachdem Scherpe einige Kinder "abspritzte", weigerte er sich zur weiteren Tötung von Kindern. Nach diesem Vorfall versetzte man ihn in das Nebenlager Golleschau. Nach Kriegsende gelang es Scherpe unerkannt aus einem Internierungslager entlassen zu werden und bis zu seiner Verhaftung 1961 in Mannheim zu leben. Im Frankfurter Auschwitz-Prozeß wurde er 1965 zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm für 4 Jahre aberkannt.