MEDIZINISCHE VERSUCHE

 
Zur Erhaltung der Reinheit der deutschen Rasse wurden von Heinrich Himmler Massensterilisationen an Angehörigen minderwertig eingestufter Rassen angeordnet. Der Gynäkologe Prof. Dr. Carl Clauberg und Dr. Horst Schumann führten Sterilisationsversuche im Block 10 von Auschwitz I durch.

DDr. Josef Mengele benutzte Zwillinge, Kleinwüchsige und Behinderte, um deren besondere Genstruktur zu erforschen. Sein Ziel war, die Fortpflanzungsfähigkeit der deutschen Bevölkerung zu steigern.

Andere SS-Ärzte experimentierten mit neuen, oft schädlichen Arzneimitteln, indem sie gesunde Häftlinge infizierten und anschließend Medikamente an ihnen testeten.

Häftlinge wurden auch direkt an Arzneimittelfirmen zu Versuchszwecken verkauft. In einem Brief einer Firma, die 150 weibliche Häftlinge "gekauft" hatte, an den Lagerkommandanten heißt es:
"Die Experimente sind durchgeführt worden, alle Personen sind gestorben. In Kürze werde wir uns mit Ihnen zwecks weiterer Lieferungen in Verbindung setzen."

Häftlinge des KZ Auschwitz dienten auch zur Vervollständigung von anatonomischen Sammlungen. So überwiesen die Lagerbehörden dem von Prof. Dr. August Hirt geleiteten Anatomieinstitut in Straßburg 115 speziell ausgesuchte Häftlinge zwecks Tötung und Vervollständigung der dort eingerichteten Skelettsammlung.

Da die Häftlinge über lange Zeit starkem Essensentzug ausgesetzt waren, verloren sie nicht nur an Körpergewicht, sondern ihre inneren Organe verkleinerten sich. Diese Situation nutzte Dr. Johann Kremer, der sich auf die "Hungerforschung" spezialisierte. Er versuchte auf diese Weise genauere Informationen über die Braune Leberatrophie (Leberschrumpfung) zu erhalten. Um den genauen Krankheitsverlauf studieren zu können, befragte Dr. Kremer die selektierten Häftlinge noch nach Einzelheiten, die für seine "Forschung" von Bedeutung waren. Anschließend wurden die Opfer mittels Phenolspritze getötet und seziert.