
Wer das Verlangen und die Voraussetzung hatte, Widerstand zu leisten, sah sich nach Gleichgesinnten um, denn für einen auf sich allein Gestellten waren die Möglichkeiten allzu gering. Es bildeten sich im Konzentrationslager Gruppen nach Nationalitäten bzw. Gruppierungen, die in der Freiheit durch eine gleich oder ähnliche politische Anschauung verbunden waren. Zwei wesentliche Voraussetzungen, um Widerstand leisten zu können, waren die Besetzung aller wichtigen Stellen mit Vertrauensleuten und ein gut funktionierender Häftlingsnachrichtendienst. Schwerpunkte der illegalen Arbeit lagen in der Fluchthilfe und der Planung bewaffneter Aufstände.
Eine wichtige Rolle in der österreichischen Widerstandsgruppe spielte Ernst Burger.
| Der Aufstand wurde von der SS niedergeschlagen und alle Beteiligten erschossen. Die SS verlor drei Mann, das Krematorium blieb jedoch unbenutzbar. |
Eine Gruppe junger jüdischer Frauen, die in der Munitionsfabrik "Union" in Auschwitz Zwangsarbeit leistete, lieferte der Widerstandsorganisation Schießpulver, das sie über den Zeitraum eines halben Jahres unter schwierigen Bedingungen aus der Fabrik herausschmuggelten. Das Pulver wurde an ein Mitglied der Widerstandsgruppe, das in der Bekleidungskammer beschäftigt war, geliefert und weiter an das "Sonderkommando". Dieses Schießpulver ermöglichte den Männern des "Sonderkommandos" den Aufstand durchzuführen.
Nach umfangreichen Nachforschungen fand die Politische Abteilung des Lagers Auschwitz heraus, daß das Schießpulver aus der Union-Fabrik stammte. Die beteiligten Frauen wurden mehrere Tage gefoltert, verrieten aber die anderen Mitglieder der geheimen Organisation nicht. Die vier Jüdinnen wurden am 6. Januar 1945, drei Wochen vor der Befreiung des Lagers Auschwitz, durch Erhängen hingerichtet. Diese Liquidation war die letzte ihrer Art vor der Befreiung durch Soldaten der sowjetischen Armee.