ADOLF EICHMANN
 
Adolf Eichmann (SS-Sturmbannführer), geboren 1906 in Solingen, zog mit seiner Familie als Kind nach Linz (Österreich). Nach dem Studium des Maschinenbaus, das er nicht abschloß, war er als Arbeiter, Verkäufer und Vertreter für eine Mineralölfirma tätig. 1932 trat er der österreichischen NSDAP bei und kam 1934 nach Berlin in das sogenannte Juden-Referat II 112 des Sicherheitsdienstes (SD).

1938, mittlerweile galt er als Spezialist für die "Judenfrage", ging er wieder nach Österreich, wo er in Wien die "Zentralstelle für jüdische Auswanderung" aufbaute, die einzige Dienststelle, die ermächtigt war, Juden aus Österreich, später auch aus der Tschechoslowakei und dann aus dem gesamten Reichsgebiet Ausreisegenehmigungen zu erteilen. Im Dezember 1939 wurde Eichmann ins Reichssicherheitshauptamt versetzt und übernahm dort das Referat IV D 4 (ab 1942 IV B 4) für "Juden- und Räumungsangelegenheiten". Von 1941 an organisierte sein Referat die Massentransporte der europäischen Juden in die Vernichtungslager. Bei der Durchführung der Deportationen zeichnete sich Eichmann durch eine besondere Gefühlskälte aus, obwohl er nie fanatischer Antisemit war und stets betonte, persönlich nichts gegen Juden zu haben. Von seinem Eifer zeugen seine beständigen Klagen über Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Todeslager-Quoten. Als sich gegen Kriegsende sogar Himmler milder gestimmt zeigte, ignorierte Eichmann seinen Befehl, die Vergasungen einzustellen, solange seine umittelbaren Vorgesetzten ihn deckten.

Nach Kriegsende interniert, konnte Eichmann aus einem amerikanischen Lager fliehen und entkam nach Argentinien. 1960 wurde er in einem Vorort von Buenos Aires vom israelischen Geheimdienst entdeckt, nach Jerusalem entführt und dort vor Gericht gestellt. Im Dezember 1961 zum Tode verurteilt, wurde Eichmann im Juni 1962 hingerichtet.